Salkantay Trek
Zitat unseres Guides Willson: In Peru everything is possible but nothing is for sure! …so let’s rock!!!
Nach der Wartezeit in La Paz, nach dem Umweg durch Arequipa, der sich als sehr schön herausgestellt hat, nach neuen Blokaden und Streiks, habe ich mich tatsächlich mit dem Flieger nach Cosco schmuggeln können, um den beschwerlichsten aber spektakulärsten Weg nach Machu Picchu zu gehen! Den Salkantay Trek. Vier Tage, fast 90km, von 2900m bis 4650m und dann wieder runter auf 2000m. Wald, Hochgebirge, Dschungel und am Ende die surreale Sahmsche Landschaft des Valle Segrado de Los Incas von der aus man am fünften Tag zum Machu Picchu aufsteigt.
Yippiyayee!!! – Der schlimmste Teil ist vorbei, ab jetzt nur noch runter…
Erster Tag
Man wird um 4:30 abgeholt und in einen viel zu kleinen Bus gestopft. Nachdem der Bus voll ist stopfen sie weitere Leute rein. Ich sas neben einem Riesen. Das der nicht in den Sitz passt geschieht ihm nur recht, aber warum muss ich darunter leiden. Dann geht es fast drei Stunden über holpriger Strecke zum Startpunkt. In der Zeit kann man sich aussuchen welchen Schmerz man mit welchen anderen tauschen möchte. Schlafen? Nada!
Von hier aus (Mollepata 2900m) geht es los. Der erste Blick auf richtige Berge. Hier ist der Umantay (5459m) zum ersten mal zu sehen.
Lunch Time! Suppe, Hauptgericht und Desert, alles typisch Peruanisch und wirklich sehr gut! Die Benutzung des Klos kostet 0,5 Soles!
Exkurs: Was man mitnehmen sollte und was nicht. Vergesst die gutgemeinten Tips! Man kann unterwegs fast alles kaufen, was sich als notwendig erweist. Hierzu zählt Wasser, Snacks, Bier, Rum.
Man kann sich an solchen Shops, die es alle 5km entlang des Weges gibt, neu versorgen. Das Preisniveau entspricht dem einer Deutschen Autobahntankstelle und die Verkäufer haben wohl allesamt Käser Verkaufstrainings absolviert, aber man bekommt was man braucht. Deswegen: GELD mitnehmen!
Was man Unterwegs nicht kaufen kann und was die Agentur auch nicht bereitstellt ist ein vernünftiger Schlafsack, also einer der gut bis -10Grad wärmt! Den hatte ich. Was die Agentur bereitstellt, aber nichts taugt, ist die Isomatte. Nach der ersten Nacht auf Permafrostboden denkt man anders darüber!
Nach ca. 23km erreichen wir dann endlich das Hochplateau auf dem wir schlafen werden.
Sieht man wie alle frieren? Ich hatte zu dem Zeitpunkt sämtliche Schichten meiner High-Tech-Unter- und -Oberwäsche an und es langte gerade so… Unser Guide Willson, versüsst das Ganze mit einer sehr schaurigen Gespenstergeschichte über Geister, die Nachts und bei Unwetter im Hochgebirge umherirren und siehe da, auch ich fange an innerlich zu frieren, da kann die High-Tech-Wäsche auch nicht mehr helfen…
Noch schlimmer war dann die Toilette. Bei Minusgraden, Wind und mit Headlight auf einer Toilette die stark an die berühmte Trainspotting-Szene erinnert. Mein fürchtelichstes Toilettenerlebnis…
Unser Camp bei Nacht im Mondlicht
Und da! Tatsächlich Geister, Willson hatte recht gehabt
Es is sch* kalt aber schon irgendwie geil!
Zweiter Tag
Keiner hat geschlafen aber alle sind froh, dass wir um 5 Uhr aufstehen dürfen. Damit wir den Weckruf auch nicht übersehen bekommen wir alle ein Coca Mate. Der längste und anstrengendste Tag steht bevor.
Das ist auch eine Tankstelle (auf ca. 4400m) und da leben Menschen und es war sogar ein Baby zu hören.
Wir korrigieren die falschen Höhenangaben auf den Schildern… Es ist hoch, der Weg ist recht steil, aber Aussicht ist umwerfend. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich in Europa jemals wieder vernünftig Hiken soll.
Höchste Punkt! Wir haben es geschafft!
Die Aussicht ist einfach unglaublich! Da es der längste und anstrengendste Tag ist schlägt Willson vor, das wir noch eine Extrastunde einlegen um uns eine Laguna anzusehen – nagut…
Das soll die tolle Laguna sein? Dafür über die Steinwüste geklettert?
Nein, dafür! Die Farbe ist echt!
Und so sieht der Salkantay Trek von der Seite aus…
Man kann sich an ihr nicht sattsehen. Salkantay ist ein weiblicher Berg und der Name steht in Quechua für wild, unbezwingbar, grausam.
Unser zweiter Lunch Point und danach, alle tot – inklusive Willson…
Von da aus ging es in den Dschungel und innerhalb von wenigen hunderten von Metern ändert sich schlagartig die Vegegation.
Und endlich nach fast 25km und 1km Gesamtaufstieg unser zweites Nachtlager. Sehr viel wärmer, sehr viel angenehmer, aber trotzdem Duschen in Eiswasser mit Headlight…
Dritter Tag
Nunja, es geht halt wieder durch den Dschungel.
Von Sahuayaco aus geht es dann mit dem Bus nach Santa Teresa
…und mit den Bus zu den Thermen
Nachtlager in Santa Teresa, nach Thermalbad
Vierter Tag
Den Rum in Sergios Flasche brauchten wir nur um das Wasser zu reinigen!
Eine Inka Ruine – zu diesem Zeitpunkt bin ich mir recht sicher, dass Machu Picchu nur ein Riesen-Fake ist. Alle Ruinen die ich bisher sah waren winzig…
Endstation der Bahnlinie, von hier aus folgen wir den Bahngleisen… und weichen geschickt den Zügen aus…
Oh, jetzt müsste ich ein Poet sein, um zu beschreiben, wie sich das anfühlt. Endlich das Ziel vor Augen in greifbahrer nähe am Rand der totalen Erschöpfung!
Abends am Plaza de Armas in Aguas Calientes. Angesichts unserer Erschöpfung und nach der Ankündigung, dass wir morgen um 3:30 aufstehen hat heute keiner Lust auf Party…
Nächster Teil: Machu Picchu – oder der fünfte Tag
Reconstructed Comments
doc (9. July 2009, 08:27): Sach mal Kurt, Du hast nicht etwas abgenommen?!
Kydroon (9. July 2009, 13:31): Das kommt von den Meerschweinchen – da ist nix dran
einfachwein (9. July 2009, 20:57): Hallo Kurt, wie läuft das Abenteuer am anderen Ende der Welt? Die Bilder sind super! Viel Spaß noch und komm gesund zurück! Gruß Patrick
kaltmamselle (13. July 2009, 10:01): Na, endlich! Und ich denke noch, "wann wird er endlich dünner". Jetzt ist es soweit! Oder verzerrt das Bild irgendwie?! Wünsche dir noch eine gute Zeit! Bald biste wieder da. Liebe Grüße!
Kydroon (14. July 2009, 01:50): Was mich am meisten interessiert ist: wer hat zu welcher Quote verloren?