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San Pedro de Atacama

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Es gibt Orte auf diesem Planeten, wo die Natur geradezu verschwenderisch mit einzigartigen Orten um sich geworfen hat. San Pedro de Atacama liegt mitten in der Atacama Wüste, der trockenste, steinigste Ort auf dem ganzen Planeten. [PHOTO: Kurt at 5500m altitude at volcano crater rim] Hier bin ich auf 5500 Meter Höhe am Krater des Vulkans – Es ist sehr anders hier auf dieser Höhe. San Pedro ist aber die Oase in dieser Wüste. Schon vor vielen Tausend Jahren lebten hier Menschen. Die Incas haben nur 60 Jahre hier geherrscht, bevor die Spanier sie unterworfen haben. Ein Fluß schlängelt sich hier durch die Landschaft und spendet Leben. Gleichzeitig ist es der Ausgangspunkt zu zahlreichen anderen Orten in der Umgebung. „Umgebung“ ist natürlich relativ, es sind zwischen 10 bis 200 Kilometer, die dazu zählen. Diese Kilometer brauchen Zeit und Kraft. San Pedro selbst ist ca. 2500m hoch, alles andere liegt zwischen 2500 bis zu 5500 Metern hoch. Es gibt hier Geysire, Salzlagunen unglaublich unwirkliche Täler und (aktive) Vulkane. Zum aklimatisieren, war ich gleich am ersten Abend bei Vollmond in der Valle de la Luna Sandboarden. Also selbst die Düne hochklettern und dann mit Speed und Pisco Sour runter. Die ganzen letzten Tage war ich mit El Trol oder per Bike mit zwei komplett durchgeknallten Österreichischen Chilenen (ja Chilenen mit einem extremen Wiener Dialekt) in der Gegend unterwegs um sie zu erkunden. Sie sind Guides (aber nicht mit so viel Plan – den bauen sie noch auf) und campen auf dem gleichen Platz wie ich. Tagespensum war irgendwo zwischen 250km (mit El Trol) oder 50km (mit Bike – mitten durch die Wüste). Das härteste, was ich bisher in meinen Leben durchstehen durfte war der Hike auf dem Vulkan. Start 4 Uhr Morgens, Aufstieg ab ca. 8 Uhr bei 4900 Höhe. Natürlich habe ich mit meinem Paperlapap-Schnick-Schnack-Ansatz nichts dabei gedacht, aber selbst da unten bei 4900m über NN ist keine Luft mehr. Man geht in Schritten, die maximal ein Fuß lang sind, besser einen halben. Man versucht ein Gleichgewicht beim Atmen zu finden, das einem genug Luft liefert aber nicht zu schwindlig macht. Man ist mit der Angst vor der Höhenkrankheit ziemlich allein. Ich habe so ziemlich alle Symptome bekommen die ich kannte. Keine starken Kopfschmerzen, aber das deutliche Gefühl, das da was im Kopf ist, was so nicht richtig ist. Schwindelgefühle und man hört sich selbst beim Sprechen lallen. Das schon auf halber Strecke und man fragt den Guide, ob man nicht doch besser kehrt machen sollte. Ich nehme an, er antwortete mit ähnlichem Paperlapap-Schnick-Schnack-Ansatz: Bla! Du hast noch eine gesunde Gesichtsfarbe, hast immer noch nicht gekotzt oder Dich auf einem Stein gesetzt zum heulen, das ist völlig normal, auch ich habe in dieser Höhe immer Kopfschmerzen. Gut, ich habe Ihm nicht erzählt, das mir schon sehr nach auf Steinsetzen und Heulen zumute war, also weiter... Die Belohnung oben am Kraterrand ist dafür umso grandioser. Nach dem härtesten Hike meines Lebens so weit oben zu stehen und in den Schlund der Hölle der Erde blicken zu dürfen war ein Moment, den ich nie vergessen werde. Man ist überglücklich. Die Euphorine wirken wohl in der Höhe noch stärke, aber man merkt, wie unsicher die Schritte Sind und ist sehr respektvoll vor dem unmittelbar abfallenden Rand in den Krater, der 800 Meter tief fällt. Es steigen Schwefelwolken auf, der Wind ist sehr kalt, aber die Sonne strahlt mit einer unglaublichen Kraft dagegen. „Attack of Happiness!“ Der Weg zurück ist nicht wirklich leichter. Es geht zwar bergab, aber ich hatte keine Kraft mehr. Die Beine reichen gerade so aus zum runtergehen. Ich hätte unten gerne noch ein 360 Grad Fotoset gemacht, dachte mir aber: Prioritäten, erstmal stirbst Du jetzt, danach alles andere..
Reconstructed Comments kaltmamselle (18. May 2009, 09:52): Hey, ein Lebenszeichen – nach zwei Wochen! Schöne, dass es dir gut geht!

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