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Durch Chile

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Seit Chile Chico bin ich auf der Flucht nach Norden. Die Überfahrt über den Lago Buenos Aires war der absolute Horror. „Völlig durch den Wind“ habe ich tatsächlich nicht mehr dem Gewicht von El Trol vertraut, dabei ist er sicherlich weniger leicht umzuhauen als ich. Nun Santiago habe ich ähnlich wie Buenos Aires passiert. Annäherung an den Todesstern und im richtigen Moment nicht mehr auf die Instrumente schauen sondern nur durch oder daran vorbei. Valparaiso sollte die Station sein von der ich eventuell beide Orte erkunden kann. Schlechte Idee, Valparaiso ist fast genauso groß, also weiter... Zapallar war am ersten Tag der Hauptgewinn, wenngleich das Wetter mehr als mäßig war, am zweiten Tag bin ich freundlich aber sehr bestimmt von der Stadtverwaltung gebeten worden die Reichen nicht weiter durch meine Anwesenheit zu belästigen. Sie zahlen so viele Dollars (Dolores) für die Häuser und ich parke sogar vor ihren Ausblick, also weiter nach Norden. [PHOTO: El Trol camping at sunset on Chilean coast] Camping Pan de Azucar Ich bin immer noch im Wettstreit mit dem heraufziehenden Winter, dabei bin ich schon deutlich nördlich des 30. Breitengrads. Tagsüber 15-20 und nicht immer Sonne. Zieht mich runter, fahren bei Wolken erinnert mich so an Deutschland... Einen schönen Zwischenhalt hatte ich in Socos, einer Thermalstädte nirgendwo in der Wüste. Netter Campingplatz mit zwei anderen Gruppen von Menschen (seit langer Zeit andere Menschen!) Vier Canadiern und zwei Chilenen. Von hier aus kann man die Valle de Encanto besuchen, in der Petroglyphen von sehr frühen menschlichen Siedlungen zeugen und den Nationalpark Frey Jorge. Ein winziger Fleck, eigentlich nur drei Hügel vor dem Pazifik, die mitten in der Wüste einen Regenwald enthalten. Auf der Kuppel der Hügel lösen sich die Wolken schon auf, aber davor, immer wolkig und neblig. Ewiger Küstenregenwald, wie er etwa 1000km südlich überall in Chile zu finden ist, nur hier fängt die Atacama Wüste an. La Serena Ich dachte auf den Weg nach Norden, kann ich einen kleinen Strandzwischenstop einlegen. Kann ich nicht. La Serena erinnert mich an Fort Lauderdale. Außerdem ist zu dieser Jahreszeit morgens immer wolkig, also weiter. La Silla Das Auge der Welt zum Universum!!! Oh wie gerne wäre ich näher da rangekommen. Nun dazu hätte ich drei Monate im Voraus einen Termin vereinbaren müssen, vielleicht das nächste mal. [PHOTO: La Silla observatory on hilltop] Chile und die Chilenen Nunja, ich fahre jetzt schon eine ganze Weile durch das Land und habe schon mit einigen zu tun gehabt. Was mir auffällt ist: Die sind Deutscher als Deutsche!? Sie sind deutlich weniger herzig als die Argentinier. Es erstaunt mich immer wieder, wenn ein perfekt im Anzug gekleideter aus einer Wellblechhütte steigt. Ich habe große Schwierigkeiten mit dem Chilenischen Dialekt, der grundsätzlich das „S“ verschluckt. Auch wenn mitten in der Wüste ein Stoppschild steht, die halten. Natürlich habe ich hier auch mein ersten Strafzettel kassiert. Mit Ansage! Ich fuhr in irgendeine Minenstadt entlang der Ruta Cinco in der Atacamawüste rein. Ich bekommen von entgegenfahrenden Truck-Fahrern signalisiert, dass weiter hinten Pacos sind. Ich sehe das 60km Schild und denke mir: komm, es ist un-cool mit 60 zu fahren – 63 ist OK. Ich checke mit Tachometer und GPS, werde aber dann doch rausgewunken. Ich bin 15km zu schnell gefahren. Das 60er Schild bedeutet für LKWs (und sie waren der Ansicht ich sei ein LKW) 50km. Sie haben sogar beim Major sonstwo nachgefragt, ob sie das durchgehen lassen dürfen, fanden alles super cool, aber haben mir eine Verwarnung aufgebrummt. Was mir an dem System trotzdem gefällt ist: die Regeln sind super strikt, aber die Auslegung obliegt den Menschen. Es sind ordentliche Menschen und keine Roboter! Essen Was esse ich eigentlich, wenn ich nicht irgendwo speise? Alles was nicht bei drei auf den Bäumen oder in Sicherheit ist. Es gibt so phantastische Zutaten, die man hier einfach entlang der Straße kaufen kann. Das beste bisher: frische Flusskrebse. Also frisch im Sinne von, die sind noch lebendig. [PHOTO: Fresh live crayfish and cooking ingredients in El Trol kitchen] Ziegenkäse, Obst, Nektar (leider mit viel Zucker) und alles aus lokaler Produktion.

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