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Namib Naukluft Waterkloof, Namibia
[PHOTO: Watterkloof Trail]
(Einfach das Panorama oben anklicken, um das 360-Grad VR Bild zu öffnen)
Kurz vor 8:00 Uhr am nächsten Morgen mach ich mich auf dem Weg und es ist wahrhaftig traumhaft. Der Tag ist noch jung, die Luft frisch und die Sonne ist noch lange nicht am Zenit. Die Panoramaaufnahme oben gibt ein guten Eindruck von der traumhaften Landschaft.
Die Zeit beginnt zu verstreichen und der Weg wird nur kaum kürzer. Endlich an den Pools angekommen ist meine Lust ins Wasser zu springen merklich abgekühlt. Zum einen, weil der Quotient aus verbleibender Strecke zur verbleibender Zeit ziemlich aus dem Ruder gelaufen ist, zum anderen, weil die meisten Wasserflächen mit unglaublich widerlichen Insekten bedeckt sind.
Also, kein Bad, keine Fotos mehr, dritten Gang einlegen und keine Sorgen wegen den Hyänenhaufen, den Leopardenspuren und den Zebraüberresten machen... Jetzt kommt die Sonne auch ins Spiel. Ich begreife, dass ich eigentlich nichts wirklich unter Kontrolle habe.
Jetzt bin Gast in einer fremden Welt und ich bin auf das Wohlwollen der Bewohner angewiesen. Es ist ein wirklich sehr befremdlich und beängstigend durch eine wilde Pavianherde zu marschieren. Das wissen, dass ich selbst für die Leoparde nicht zum gewohnten Beuteschema passe hilft nicht wirklich weiter. Es sind eher Überlegungen wie: "Die Tiere müssen doch sehen, wie ich mich hier abmühe und durch das Geröll strauchle. Die denken sicher, sie sondern das kranke zweibeinige Tier besser mal aus der Population aus".
Das Wasser ist nach einem Drittel des Weges schon komplett verbraucht und es geht nun hoch hinauf. Es ist windig und heiss und ich bin heilfroh, dass ich ein Hut habe. Eigentlich wäre Umkehr sehr vernünftig gewesen. Anstatt dessen versuche ich ein Gleichgewicht aus ausreichender Geschwindigkeit, Trittsicherheit und Kraftlosigkeit einzuhalten, dass mich zumindest noch bei Tageslicht zum Campingplatz zurückbringt. Längst mache ich mir keine Gedanken um die Landschaft und um Fotos sondern will nur lebendig zurück. Jetzt weis ich auch wie die 6-7 Stunden zu verstehen sind: "Die trainierten Ranger, die den Weg kennen brauchen 6-7 Stunden - und vermutlich würden die es auch nicht in der Trockenzeit angehen"...
Nun, am Ende habe ich es doch gerade so geschafft. Mit rot blinkender Körperbatterie und völlig dehydriert komme ich zurück zum Ausgangspunkt, trinke einige Liter Wasser und falle nach einer Bohnen-/Biltong-Speise ins Dachzelt.
Danach habe ich dann ein Buch entdeckt, das die Stimmung dieser Landschaft perfekt wiedergibt und ich jedem nur empfehlen kann, der eine Namibiareise plant.
Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste von Henno Martin Es handelt von zwei jungen Deutschen zu Beginn des zweiten Weltkriegs, die sich in eben jenen Tälern vor den Wirren des Krieges versteckten. Besser als jeder Reiseführer!
Die Tour hatte sogar ein für den Rest der Menschheit teil-relevantes Ergebnis. Ich konnte einen kleinen weissen Fleck auf der Tracks4Africa GPS Karte für Namibia/Angola anmalen, den dieser Wanderweg war noch nicht erfasst. Die Tracks4Africa GPS-Karten kann ich nur wärmsten empfehlen. Der Detailgrad der Abdeckung, insbesondere der entlegenen und sehenswürdigen Orte ist unglaublich!
Ein letzter Tip für Off-Road Fans: nicht weit vom Campingplatz geht ein sehr schöner 4x4 Off-Road-Track ins Gebirge. Da ich alleine unterwegs war konnte ich nur hineinschnuppern, aber mit zwei Fahrzeugen müsste es eine sehr herausfordernde Strecke sein.
[PHOTO: Off-Road-Trail ins Namib-Naukluft Gebirge]