Kilmabeobachtungen im Hochgebirge

Restaurierter Blog-Beitrag aus dem Archiv

Ich fahre jetzt schon seit dem Winter 2002 nach Saas-Fee. Es ist relativ nah. Wenn man von Frankfurt um 11 Uhr losfährt, ist man mit Pausen um 17 Uhr am Ziel und schon ziemlich hoch.

Saas-Fee ist ein magischer Ort, der eine sehr interessante Chronik hat. Die Magie möchte ich mit diesem Bild belegen:

Saas Tal from above

Dieser Chronik zufolge sind die Gründer der Saas-Dörfer, Sarazenen die um 939 in das Wallis eindrangen und sich in den höchsten Lagen verschanzten.

Almagel ist nach Engelhardt )* ein arabischer Name für etwas wie das höchste Lager. Saas-Fee ist gegenüber Saas-Almagel nochmals deutlich höher, zurückgezogener und schattiger. Es ist eine natürliche Enklave. Interessant ist die Schilderung der Saaser Chronik *) der Zeit um 1600, in der es wohl eine Zwischenkaltzeit gab, die das Leben in den bergigen Regionen sehr beeinträchtigte und zurückwarf.

Saas-Fee hat sich erholt, 1881 baute die Gemeinde das heute noch bestehende und von Snowboardern heimgesuchte Hotel Dom und errichtete einen für damalige Zeiten extremes touristisches Ziel (Chapeau!). Saas-Fee ist schon sehr lange Autofrei (50er?).

Was mir jetzt aber so ins Gesicht springt, dass ich es nicht mehr ignorieren kann ist der Rückgang des Fee- Gletschers. Es gibt einen Schlepper-Skilift (Fee-Chatz), der einen an den Grenzen des selbigen vorbeizieht. Während ich vor einigen Jahren ehrfurchtsvoll direkt an den Eiswänden vorbeigezogen wurde, sind diese jetzt so weit weg, dass es mich nicht mehr schaudert, ob sie auf mich niederfallen könnten.

Es gibt ein Kreuz an der Fleskinn-Talstation mit dem Untertitel, dass dies die Untergrenze des Gletschers um 1800 war. Das nachfolgende Google-Earth Bild zeigt die Dimensionen des Rückgangs.

die türkisblaue Strecke ist im übrigen meine Snowboard-Talabfahrt-GPS-Spur

Für mich bedeutet das:

  • Der Klimawandel ist nicht nur durch uns Menschen initiiert
  • Die Zeit zum handeln ist knapp, weil das Momentum beachtlich ist!
  • Bis zum Ende von Wintersport in Europa lasse ich mir…
…sowas nicht verwehren: Fondue-Hütte am Hohnegg: Eat, drink, die (happy)…

Gute Unterkünfte:

  • Hohnegg (ein Wintertraum und mein Refugium in Winter) – mittlerweile geschlossen…
  • Allegra (mein Favorit bevor ich das Hohnegg kannte)

Gute Küche (beide sind außerhalb von Saas-Fee über einen märchenhaften Wanderweg zu erreichen):

  • Hohnegg (der Koch hat eine unglaublich gute Quelle für Rindfleisch aus der unmittelbaren Umgebung, auch sollte man unbedingt und auf jedem Fall sein Bisonfilet probieren – es ist das beste Fleisch was ich je essen durfte)
  • Waldhotel

*) Quelle: Saaser Chronik von P.J.Ruppen, G.Imseng, W.Imseng (nur vor Ort erhältlich)

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.